7 Todsünden im kult Westmünsterland in Vreden
7 Mobile Installationen

Einführung zur Ausstellungseröffnung am 12. September 2019

Von Corinna Endlich

Das Kulturhaus kult ist ein Ort für Kooperation, Austausch und Netzwerk. Eine Beteiligung an dem außergewöhnlichen Kunstprojekt „SALIGIA“ war daher ebenso logisch wie reizvoll, denn das Besondere dieser Ausstellung besteht darin, dass
• 7 Künstler*innen gewonnen wurden, die per Losverfahren eine Sünde erhalten und diese auf ihre Art künstlerisch inszeniert haben;
• eine große Kooperation mit so vielen Partnern möglich ist und das kult in einem NRW-weiten Verbund an Museen und Ausstellungshäusern auftreten kann (so zum Beispiel mit den Flottmann-Hallen in Herne);
• und eine Outdoor-Präsentation erarbeiten wurde, die den Mut beweist, Kunst im Außenraum zu zeigen – eine solche Idee lässt sich auf vielen Schultern verteilt sehr viel besser realisieren.
• Das „I-Tüpfelchen“ bestand darin, einen Kunstkorso auf den Weg zu schicken, denn allein die Fahrt der Kunst-Wagen mit ihren Aufbauten ist eine Performance der besonderen Art.
Zunächst geht der Dank an alle Partner, Förderer und Unterstützer. Besonders für diesen Standort konnte die Sparkassenstiftung Vreden zusätzlich gewonnen werden, was uns besonders freut.
Da die Ausstellung auf der Grünfläche zwischen dem kult und den Kirchen der St. Georgs Gemeinde in Vreden positioniert werden konnte, gebührt der Kirche ein besonderer Dank. Die Bereitschaft des kult-Nachbarn, dieses Kunstarrangement auf dem Kirchengrund aufstellen zu dürfen, war groß. Das Thema ist ja sicherlich durchaus auch irgendwie passend …

Doch, wie kam SALIGIA zum kult?
Vor ca. zwei Jahren habe ich mich mit dem Künstler Peer Christoph Stuwe erstmals über die Idee zu diesem Kunstprojekt ausgetauscht.
Als dann schnell klar wurde, dass das kult einer der sieben Partner sein darf, habe ich mit großer Gelassenheit darauf reagiert, denn die Projektskizze zeigte eine große Freiheit, ein Ausstellungsprojekt in dieser Form kreativ zu denken – vielleicht könnte man gar sagen es war keine Gelassenheit, sondern Hochmut …
Die Zahl sieben hat sich sehr schnell in den konstruktiven Gesprächen zu unserem Leitmotto erhoben – sieben Partner – damit an den sieben großen Standorten jeweils sieben Wochen Standzeit für die Ausstellung, sieben Künstler*innen … niemand von uns musste womöglich voll Neid auf einen der anderen Kooperationspartner schauen, weil es eventuell einen Vorteil geben könnte.
D. h. – an dieser Stelle ist vielleicht die Anmerkung gestattet, dass sollte Zorn darüber entbrennen, dass der wunderbare Katalog erstmals im kult vorgestellt wurde, möchte ich mich dafür entschuldigen – einer darf halt mal der oder die Erste sein!
Dass die Künstler*innen in der Auseinandersetzung mit dem im Mittelalter geprägten Begriff SALIGIA – dem Akronym der sieben Hauptlaster der Menschen – mit Gegenwartsbezug und Fantasie nicht geizen, belegen die Visionen, die auf den Wagen Gestalt angenommen haben.
In dem Begleitprogramm im kult haben wir uns nicht auf einzelne Todsünden – wie z. B. die Faulheit – beschränkt, sondern setzen uns mit der Sünde generell auseinander – eine Veranstaltung gibt es mit der Jugendautorin Swantje Oppermann für Schulklassen und wir holen die Sünde des Ruhrgebiets mit einem Schimanski-Klassiker ins Haus.
Alle Veranstalter wünsche den Besucher*nnen beim Rundgang eine wahrhaftige Völlerei an künstlerischen Eindrücken – und da ja nicht nur mit den Augen genossen wird, darf man, um im Thema zu bleiben, ja vielleicht sogar ein wollüstiges Vergnügen!
In Vreden gab es damit nun „Sieben auf einen Streich“!